Donnerstag, 10. Juni 2021 · 11:00 · Sonderveranstaltung

Partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Wenn die Sonne mittags blinzelt…

Nicht mal 7% Verfinsterung sind das „Highlightchen“ des astronomischen Jahres 2021

Genau zwei Wochen nach der australischen Mondfinsternis vom 26. Mai gibt es am Mittag des 10. Juni 2021 zwischen 11:30 und 13:30 Uhr über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis. In München ist das Maximum um 12:28 Uhr erreicht. Während in Sylt fast ein Viertel der Sonne bedeckt ist, müssen die Münchner sich mit knapp 7% Bedeckungsgrad zufriedengeben. In zugeschalteten Livestreams ist aber auch von hier aus mehr zu sehen…

Die Volkssternwarte begeht dieses astronomische Highlight des Jahres mit einer Sonderveranstaltung am Mittag. Bei klarem Himmel (und notfalls auch durch Wolkenlücken) stehen Livebeobachtungen mit den speziellen Sonnenteleskopen auf der Observatoriums-Plattform im Mittelpunkt. Drum herum gibt es ein wetterunabhängiges Rahmenprogramm mit Kurzvortrag zum Thema Sonne und Finsternisse, ggf. Livestreams aus anderen Orten, einer Führung durch unsere Ausstellung zum Sonnensystem sowie eine kurze Planetariumvorstellung zum Sternenhimmel im Sommer.


Programm um 11:00 Uhr und um 12:30 Uhr (Dauer jeweils 90 Minuten).
Aufgrund der Corona-Situation gibt es leider nur eine sehr geringe Platzzahl, bitte frühzeitig buchen!
(Bitte beachten Sie auch die jeweils geltenden Besuchsregelungen.)


WARNHINWEIS: +++ Blicken Sie niemals ohne professionellen Schutz in die Sonne, insbesondere niemals mit optischen Instrumenten. Schwere Augenschäden bis hin zur sofortigen Erblindung drohen. +++

Nachlese

Mehr Mond als Wolken vor der Sonne

Unverhofft waren die Wolkenlücken den Gästen der Sonderveranstaltung am 10. Juni gnädig und gaben den Blick auf die durch den Mond verdeckte Sonne zu Anfang, Mitte und Ende der Finsternis immer wieder ausgiebig frei, so dass alle auf ihre Kosten kamen. Pünktlich nach Ende des Einführungsvortrags und zu Beginn der Finsternis ab kurz nach halb zwölf beendeten die Wolken ihr Version von „Sonnenverfinsterung“.
In den Phasen, wo es zwischendurch auch mal 20 Minuten bedeckt war, gab es Planetariumsvorstellungen oder Führungen durch die Ausstellung. Danach kamen die Gäste wieder hoch aufs Dach – und die Wolken verzogen sich.

Auch wenn die Nachfrage geringer war als gedacht, war das knappe Dutzend Gäste, das dafür von 11 bis 14 Uhr bleiben und die Sofi in voller Länge verfolgen durfte, dafür umso glücklicher. Als schließlich unter Herbeiziehung einer letzten großen Wolkenlücke auch die letzten paar Prozent Finsternis ab Viertel nach eins für alle zu genießen waren, gingen alle „satt gesehen“ zufrieden nach Hause und waren sich einig, ein wirkliches kleines Highlight des Jahres gemeinsam(!) erlebt zu haben.

Qualität schlug Quantität bei diesem Finsternis-Event. Auch schön.

Sofi-Projektion am 7-Zöller

In der Projektion am 7-Zöller sowie am 10-Zöller waren die Mondberge schön zu erkennen.
Außerdem gab es zwei Fleckengruppen und eine größere Protuberanz. Für den Blick zwischendurch waren Finsternisbrillen an die Besucher ausgeteilt worden.


⇒ Eine professionelle und sehr sehenswerte Foto-Dokumentation mit detaillierten Blicken auf die Protuberanz sowie einer Animation, die die Bewegung der Mondscheibe vor der Sonne zeigt, präsentiert unser Mitglied Bernd Gährken auf seiner Website: http://astrode.de/sonwe103.htm

Projektion am 7-Zöller, wenige Minuten nach Beginn.

Immer wenn die Gäste nach oben kamen (aus Vortrag, Ausstellung oder Planetarium), kam auch die Sonne hervor. Bedeckt war es nur zwischenzeitlich, während die Gäste unten Programm hatten. Ein wahrhaft himmlisches Timing!

Der parallel angebotene Livestream im Vortragsaal lockte denn auch nur wenige Blicke – denn oben gab es „the real thing“. Die paar Prozente weniger machen da nichts. Das Live-Erlebnis ist alles.

Wie ein Auge mit Pupille zeigte sich die bedeckte Sonne im Okular dem Auge der Betrachterin.

Es gab auch zwei dezente Sonnenfleckengruppen zu sehen. Hier sieht man allerdings nur Staubkörner…

Zwischendurch gab es dann natürlich auch Erklärungen zum Gesehenen und Möglichkeit für Fragen und Diskussion…

Bis zuletzt zog der Anblick des vor der Sonne entlang wandernden Neumondes die Blicke der Besucher in den Bann.

Ganz besonderes Highlight war natürlich die H-Alpha-Beobachtung, die parallel zur Projektion am 7-Zöller angeboten wurde. Dort war neben etlichen kleineren auch eine richtig beachtliche Protuberanz für alle leicht erkennbar. (Alle Fotos: M. Saftescu)

Phasen der partiellen Sonnenfinsternis am 10. Juni

+++ ACHTUNG: NUR MIT GEEIGNETEN SCHUTZFILTERN ZU BEOBACHTEN!!! +++

11:37  Uhr    –  Beginn der partiellen Verfinsterung: Der dunkle Neumond schiebt sich vor die Sonnenscheibe.

12:28 Uhr   –  Maximum der partiellen Verfinsterung: Von München aus sind maximal 6-7 % vom Rand der Sonnenscheibe bedeckt. Mit bloßem Auge ist das Schauspiel daher überhaupt nicht zu sehen oder zu bemerken. Es wird auch nicht dunkler. Daher: Nur mit speziell ausgerüsteten Sonnen-Teleskopen ist ein entspanntes und gefahrloses Verfolgen dieses Naturschauspiels möglich! Nutzen Sie am besten die Angebote der örtlichen Volkssternwarten und Planetarien, entweder vor Ort oder digital, um diesen Tag gemeinsam zu erleben und viele weitere interessante Informationen zu unserem Tagesgestirn zu erhalten. Außerdem gibt es reichlich Gelegenheit, Fragen zu stellen!

13:22 Uhr   –  Ende der partiellen Verfinsterung … und der Mittagspause?


Übrigens: Die nächste Sonnenfinsternis in München ist, wiederum partiell, am 25. Oktober 2022 zu erleben – dann immerhin mit einem Bedeckungsgrad von fast 25%.

Programm an der Volkssternwarte

Ablauf der Sonderveranstaltung

Es gibt zwei Startzeiten, um 11:00 Uhr und um 12:30 Uhr, für jeweils zwei Gruppen à 7 Personen.
Bitte wählen Sie Ihren bevorzugten Termin im Buchungskalender (s. unten).

Die Führungen dauern jeweils ca. 90 Minuten und enthalten bei gutem Wetter selbstverständlich Live-Beobachtungen der partiellen Sonnenfinsternis an den Sonnen-Teleskopen auf der Dachterrasse. Bei bedecktem Himmel zeigen und erläutern wir Livestreams von anderen Orten mit hoffentlich besserem Wetter.

Dazu gibt es ein Rahmenprogramm. Dieses umfasst:

  • einen Kurzvortrag zum Thema „Sonne und Finsternisse“
  • eine Führung durch unsere Ausstellung zum Sonnensystem
  • sowie eine Kurzvorstellung im Planetarium.

Jeder dieser Teile dauert ca. 20 Minuten. Davor bzw. danach bleiben ca. 30 Minuten für die Teleskop-Beobachtung auf der Dachterrasse.

Damit alle Besuchergruppen möglichst die Phase der maximalen Bedeckung (auch wenn es weniger als 7% sind) unmittelbar erleben können, endet die 11-Uhr-Führung auf der Dachterrasse (ab 12 Uhr bis 12:30 Uhr), während die 12:30-Uhr-Führung dort beginnt. Auf den genauen Zeitpunkt der maximalen Bedeckung um 12:28 Uhr kommt es dabei weniger an, da der Gesamteindruck zwischen etwa 12:15 Uhr und 12:45 Uhr insgesamt ziemlich gleich bleibt. Somit haben alle Gruppen, sowohl die von 11:00 Uhr als auch die von 12:30 Uhr in etwa gleiche Bedingungen.

Bei einer partiellen Sonnenfinsternis gibt es – anders als bei einer totalen Finsternis – keinerlei Hektik: die Bedeckung dauert insgesamt 1 Stunde 45 Minuten, also mehr als Spielfilmlänge. Interessant für die Beobachtung sind vor allem der Anfang, die Mitte und das Ende. Bei Anfang und Ende ist reizvoll zu sehen, ab wann bzw. bis wann die Mondscheibe vor der Sonne zu erkennen ist. Die Mitte möchte natürlich auch niemand verpassen – aber die ist wie gesagt relativ ausgedehnt, so dass es für den visuellen Eindruck nicht unbedingt auf 5 oder 10 Minuten ankommt. (Bei einer totalen Sonnenfinsternis hingegen dauert die mit Spannung erwartete Phase der völligen Verfinsterung nur wenige Minuten, meist weniger als 5 Minuten, so dass alle Spannung und Vorbereitung sich auf dieses schmale Zeitfenster konzentriert.)

Selbst wenn Wolkenfelder durchziehen, ist es also prinzipiell kein Problem, einfach ein paar Minuten abzuwarten, bis sich wieder eine Lücke auftut. So viel zu dem Vorteil dieser ansonsten eher bescheidenen partiellen „Verfinsterung“ – die helligkeitsmäßig übrigens kein bisschen zu bemerken sein wird.

Bei der Gelegenheit beachten Sie bitte nochmals unseren WARNHINWEIS zur Sonnenbeobachtung (s. oben auf der Seite)!

 

Livestreams und sichere Methoden zur Sonnenbeobachtung

Warnhinweis zur Sonnenbeobachtung:

Schauen Sie niemals direkt in die Sonne, insbesondere nicht durch optische Instrumente (Spiegel oder Linsen). Sofortige schwere und irreparable Netzhautschäden bis hin zur Erblindung wären die Folge.

„Wie oft kann man ungeschützt in die Sonne schauen?“, lautet ein alter Szene-Witz.
„Zweimal. Einmal mit dem linken und einmal mit dem rechten Auge.“

Methoden zur sicheren Sonnenbeobachtung: 

  • Benutzen Sie nur zertifizierte Produkte zur Sonnenbeobachtung wie z.B. Sonnenfinsternisbrillen oder Filter oder Schutzfolien. Inoffizielle Methoden, von denen man im Netz viel findet, bieten keinen zuverlässigen Schutz.
    Wer noch keine Finsternisbrille hat bzw. keine mehr abbekommen hat, kann im örtlichen Optik-Fachgeschäft nachfragen oder auch am Mittwochnachmittag und -abend ein Stück Schutzfilterfolie an der Volkssternwarte München erwerben (ab 5,- Euro, nur Folie ohne Halterung).
    Mit Pappe, Schere und Kleber lässt sich leicht selbst eine „Sofi-Brille“ basteln. Bitte achten Sie hierbei darauf, die Folie unbedingt spannungsfrei aufzubringen, damit sie nicht beschädigt wird. (Beschädigte Folien dürfen nicht mehr verwendet werden.)
    Bitte Termine zur Abholung unter 089-406239 oder info@sternwarte-muenchen.de vereinbaren, damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehen und nicht alle auf einmal kommen.
  • Ebenfalls einfach, schnell und fast kostenlos lässt sich eine Lochkamera herstellen: Einfach eine dünne Pappe, einen Schuhkarton oder ein Stück gespannte Alufolie nehmen und mit einer Stecknadel ein kleines Loch einstechen: etwa 30-40 cm dahinter kann auf einem weißen Blatt Papier oder einer Pappe (bzw. der gegenüberliegenden Schmalwand des Schuhkartons) ein kleines reelles Bild der Sonnenscheibe „aufgefangen“ und gefahrlos gemeinsam betrachtet werden. Da dieses Bild recht klein ist, nur wenige Millimeter, empfiehlt sich die Verwendung einer Lupe – wie sie heutzutage in jedem Smartphone vorhanden ist und gleich zu einem Schnappschuss einlädt.
  • Besuchen Sie nach Möglichkeit eine Volkssternwarte oder ein Planetarium in Ihrer Nähe, wenn dort eine Vor-Ort-Veranstaltung angeboten wird. Dort sind in der Regel hochwertige professionelle Instrumente zur Sonnenbeobachtung vorhanden. (Inwieweit diese zum Einsatz kommen, ist natürlich wetterabhängig.)
  • Eine gute Übersicht über sichere Methoden, wie man selbst die Sonnenfinsternis verfolgen kann, findet man z.B. auch auf den Seiten der Wiener Arbeitsgemeinschaft Astronomie (WAA): https://www.waa.at/apo/sonne/sonnenbeobachtung.html
  • Wenn eigene Beobachtungen nicht möglich sind, weil das Wetter an Ihrem Ort schlecht ist oder ein Besuch einer regionalen Volkssternwarte nicht möglich ist, verweisen wir auf folgende kostenlose Livestreams:

 


Livestreams im Internet

Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien (GDP) und die Vereinigung der Sternfreunde (VdS), zu denen beiden auch die Volkssternwarte München gehört, bieten am kommenden Donnerstagmittag ab 11:15 Uhr MESZ einen kommentierten Livestream an, der dankenswerterweise von der Stiftung Planetarium Berlin (SPB) präsentiert wird. Es gibt Liveschaltungen zu verschiedenen Orten, um – je nach Wetterlage – direkte Bilder von der Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond zu zeigen; dazu viele Hintergrund-Infos, Interviews mit Sonnen-ExpertInnen sowie die Möglichkeit, im Chat Fragen zu stellen.

 

Pressematerial und Infoblatt für Schulen

Pressematerial

Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien (GDP) in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) hat am 07. Juni 2021 eine gemeinsame Pressemitteilung samt Bildmaterial zu der Sonnenfinsternis sowie der gemeinsamen Online-Veranstaltung herausgegeben, die unter diesem Link hier abrufbar und für Pressezwecke frei nutzbar ist.


Infoblatt für Schulen

Die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) hat ein Infoblatt für Schulen herausgegeben, das unter diesem Link hier abrufbar ist.

Für weitere Fragen stehen wir gern unter info@sternwarte-muenchen.de zur Verfügung.

Ticket-Buchung

Bitte wählen Sie im Kalender eine Startzeit: 11:00 Uhr oder 12:30 Uhr.
Es gibt je Startzeit 2 Gruppen à 7 Plätzen.

Bei beiden Zeiten ist eine Beobachtung der Sonne zum ungefähren Zeitpunkt des Maximums der Bedeckung durch den Mond um 12:28 Uhr vorgesehen – gutes Wetter vorausgesetzt (sonst per kommentiertem Livestream).
Die frühere Gruppe bekommt zudem eine Chance, den Anfang der Verfinsterung zu beobachten. Die spätere Gruppe darf dafür bis zum Ende bleiben.

Hinweis: Aufgrund der coronabedingt eingeschränkten Platzkontingente ist es leider nicht möglich, den gesamten knapp zweistündigen Finsternisverlauf von uns aus zu verfolgen. Um so vielen Menschen wie möglich die Gelegenheit zu geben, haben wir uns zur Zweiteilung der Veranstaltung entschieden, mit Wechsel der Gruppen um 12:30 Uhr.

Bitte beachten Sie in dem Zusammenhang vor der Ticket-Buchung und vor Ihrem Besuch unsere aktuell geltenden Besuchsregeln.

Dauer je Führung: ca. 90 Minuten

Eintritt: 8,- Euro normal / 5,- Euro ermäßigt

 

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Sollte der Buchungskalender hier nicht richtig angezeigt werden, rufen Sie bitte folgenden Link auf: https://pretix.eu/volkssternwarte/sofi20210610/