Mit Typ II Supernovae der Expansion des Universums auf der Spur
Mit Typ II Supernovae der Expansion des Universums auf der Spur
Vortrag von Dr. Stefan Taubenberger (MPA)
Freitag, 20. November 2026, 20:00 Uhr
Volkssternwarte München, Gisela-Stein-Str. Ecke Ludwig-Jung-Str., 81671 München
Die Fragen nach dem woher und wohin, nach dem Ursprung und dem zukünftigen Schicksal unseres Universums, treibt nicht nur Astrophysiker und Kosmologen, sondern auch viele begeisterte Hobbywissenschaftler um. Vieles davon liegt noch im Dunkeln, und einiges fordert die eigene Vorstellungskraft heraus. Doch es gibt auch belastbare Messungen. So wissen wir immerhin seit mittlerweile knapp einhundert Jahren, dass sich das Universum ausdehnt. Die Geschwindigkeit dieser Expansion, die sogenannte Hubblekonstante, genau zu vermessen, ist von entscheidender Bedeutung für die Frage, wie es in Zukunft mit dem Universum weiter geht. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es dazu Präzisionsmessungen, zum einen auf Basis einer mehrstufigen lokalen Entfernungsleiter, zum anderen auf Basis des kosmischen Mikrowellenhintergrunds. Diese Messungen werden jede für sich immer genauer, aber die Ergebnisse nähern sich nicht etwa an, sondern widersprechen sich. Der Begriff der „Hubblespannung“ macht die Runde. Was ist da los? Schätzen die unterschiedlichen Teams womöglich ihre systematischen Fehler falsch ein? Oder sehen wir hier Hinweise darauf, dass das theoretische Standardmodell unseres Universums falsch oder unvollständig ist und wir neue Physik benötigen?
In meinem Vortrag möchte ich genau jene Fragen näher betrachten und dabei besonders auf eine neue Methode zur Messung der Hubblekonstante mit Hilfe von Typ II Supernovae eingehen. Sie basiert nicht auf einer Entfernungsleiter, sondern auf der direkten Modellierung der Helligkeit dieser Objekte, und ist somit komplett unabhängig von anderen lokalen Messungen. Für das Verständnis der Hubblespannung könnte ihr somit eine Schlüsselrolle zukommen.
Bei gutem Wetter nach dem Vortrag gehen wir hoch auf die Plattform zur Beobachtung an den Teleskopen!
Bildquelle: ESO, Stefan Taubenberger
