Winter-Komet C/2022 E3 (ZTF)

Besucher aus (der) Eis(zeit)

Alles Wissenswerte über den grünen Gast am Himmel

  • Wann, wo und wie kann man C/2022 E3 (ZTF) beobachten?
  • Warum der komische Name?
  • Warum leuchtet der Komet grün?

Gleich vorab: E3 ist alles andere als ein Jahrhundertkomet und kommt auch bei weitem nicht an NEOWISE aus dem Sommer 2020 heran.  Voraussichtlich wird immer mindestens ein Fernglas erforderlich sein. Und so schön es auch immer ist, einen Kometen zu sehen, kann man getrost sein, dass vergleichbare Kometen alle paar Jahre auftauchen.

             Viel Spaß bei der Kometen-Jagd!

 

Foto: Franz Xaver Kühnel (Fotogruppe der Volkssternwarte) am 14.1.23
Wann, wo und wie kann ich E3 beobachten?

Hinweis: Diese Sonderseite befindet sich derzeit noch im Aufbau und wird in den kommenden Tagen nach und nach ergänzt.


Die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) e.V. stellt eine Informationsseite mitsamt Aufsuchkarten zur Verfügung:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von sternfreunde.de zu laden.

Inhalt laden

Dort findet sich auch die schöne Aufsuchkarte. Die Zahlen bezeichnen die Position des Kometen für die entsprechenden Daten im Januar (rechte Bildhälfte) bzw. Februar (linke Bildhälfte), jeweils um Mitternacht.

VdS-Übersichtskarte zu Komet E3


Eingetragen ist die jeweils aktuelle Position von E3 z.B. auch in der Web-Version der freien Planetariumssoftware Stellarium:

Englischsprachige mit interaktiven Aufsuchkarten sind z.B.:

 

Komet an der Volkssternwarte oder von zu Hause?

„Münchner Sternstunden“ bereits Wochen im Voraus ausverkauft!

Die Volkssternwarte München bietet jeden Abend von Montag bis Freitag um 20 Uhr die weithin bekannte und beliebte

Abendführung „Münchner Sternstunden“

an.

Diese sind bereits bis fast Ende Februar – also während der besten Sichtbarkeit des Kometen – leider schon ausverkauft!
(Freie Termine s. hier: https://pretix.eu/volkssternwarte/must-2023/?date=2023-02 )

 

Welche Möglichkeiten bleiben?

Teleskop-Tickets: kurzfristig / spontan bei klarem Himmel, Verfügbarkeit jeweils auf Anfrage.
Ggf. hier öfter Nachschauen.

⇒ von zu Hause oder unterwegs: Fernglas, Aufsuchkarte, klarer, dunkler Himmel und etwas Geduld beim Suchen und keine allzugroßen Erwartungen — dann könnte es auch so klappen!

⇒ evtl. Online-Sternstunde per Livestream anschauen: falls eine geplant ist, geben wir das hier und im Newsletter bekannt.

 

 

 

Gestatten: C/2022 E3 (ZTF)

„Nam‘ und Art“

Name und Farbe des lohend-grünen Vagabunden stellen sich vielleicht zunächst rätselvoll dar.  Warum so giftgrün & unaussprechlich?

C/2022 E3 (ZTF) – wirkt kompliziert, ist aber ganz einfach. C steht für einen langperiodischen Kometen mit einer Umlaufzeit von über 200 Jahren. Bei E3 sind es wohl um die 50.000 Jahre. Zuletzt war er in der Eiszeit hier, noch vor den Cro-Magnon-Menschen, dafür mit Neandertalern. 2o22 E steht für die erste Märzhälfte im Jahr 2022. E3 besagt, dass es der dritte in diesem Zeitraum entdeckte Komet war. Und ZTF verweist auf die Zwicky Transient Facility — also das Entdecker-Teleskop, das hier, wie bei den meisten neueren Kometen-Entdeckungen zu einem automatisierten Himmels-Durchmusterungsprogramm gehört, wo der gesamte Himmel in wenigen Tagen gescannt wird auf alles, was sich bewegt oder die Helligkeit ändert.

Das Grün der Koma (Kometenkopf) stammt von C2-Molekülen, die unter Einwirkung der UV-Strahlung der Sonne entstehen und zum Leuchten angeregt werden.

 


Scheinbare Bahn am Himmel (Mitte bis Ende Januar 2023):

In Rot die scheinbare Bahn vom 15. bis 31. Januar. Gut erkennbar, dass der Komet ziemlich genau zwischen Kleinem Wagen (oben; Polarstern rechts oben) und Großen Wagen (unten mittig) entlangläuft — was auch bedeutet, dass er zirkumpolar ist in dieser Zeit, d.h. er geht nie unter und ist die ganze Nacht über zu sehen, freien Blick Richtung Norden vorausgesetzt.

 


 

Bahn und Position des Kometen zum Zeitpunkt der größten Erdnähe (1.2.23):

Deutlich erkennbar, wie der Komet fast über den Nordpol hinwegzieht (in der Nähe des Polarsterns vorbeizieht) und sich dann auf die Nachtseite der Erde, mitten in die Wintersternbilder hinein begibt (am 5./6.2. zieht er an Capella vorbei, am 11.2. an Mars und am 14.2. an Aldebaran).